KI in der Arbeitswelt: „KI ist ein Musterverstärker" – Recap vom 20. Politischen Salon Hagen
Hagen. Volles Haus an der FernUniversität: Zur 20. Ausgabe des Politischen Salons diskutierte am 18. Juni ein prominent besetztes Podium über die Frage, wie Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändert — „Superkraft KI – Jobchanger für alle(s)?“. Mit dabei: Marcel Colley, Gesellschafter der Online Experience GmbH, als Stimme aus der IT-Praxis.
Auf der Bühne trafen Wissenschaft und Anwendung aufeinander: Prof. Dr. Claudia de Witt (Prorektorin für Lehre, Studium und KI in Bildungsprozessen) und Prof. Dr. Matthias Thimm (Lehrgebiet Künstliche Intelligenz) lieferten die Forschungsperspektive, während Marcel Colley, Andreas Rittinghaus (HAIT GmbH), Bernd Maßmann (Kämmerer und CIO der Stadt Hagen) und FernUni-Studentin Maren Cordes über den KI-Alltag in Unternehmen, Verwaltung und Studium sprachen. Durch den Abend führten Dr. Annabell Bils (Zentrum für Lernen und Innovation) und Tobias Prinz (SIHK zu Hagen).
„KI ist ein Musterverstärker“
Marcel Colley brachte das Thema auf eine griffige Formel: „KI ist nicht einfach KI. Das ist keine Entität, die um uns herumschwirrt — es ist ein Musterverstärker.“ Was das praktisch bedeutet, machte er an seiner eigenen Laufbahn fest: Entwicklungsaufgaben, für die er zu Zeiten seines Berufseinstiegs bei der Douglas Informatik in Hagen fünf Tage brauchte, erledigt er heute — KI-gestützt und in besserer Qualität — teilweise in wenigen Minuten.
Dass diese Veränderung nicht nur Euphorie auslöst, verschwieg er nicht: „Wir sind in einem Spannungsfeld zwischen einer extremen Innovationsmöglichkeit und einer extremen Überforderung im selben Augenblick.“ Seine Konsequenz ist eindeutig: „Ich habe für mich als Informatiker entschieden, dass ich diese Fähigkeit unbedingt brauche — weil ich in kürzester Zeit mit Kollegen konkurriere, die diese Systeme vernünftig benutzen können.“
Beschäftigen statt blockieren
Kritik übte Colley an einer Haltung, die er in vielen Unternehmen beobachtet: KI werde aus Sorge — etwa beim Datenschutz — pauschal blockiert, statt klug integriert. „Die Frage darf nicht sein, ob wir es nutzen, sondern: Wie machen wir es möglich?“ Sein Appell an das Publikum: nicht abwarten, sondern ausprobieren — unabhängig vom eigenen Berufsbild.
Wohin die gewonnene Zeit fließen sollte, illustrierte er mit einem Beispiel aus der Pflege: Seine Frau leitet eine Intensivstation — und verliert täglich Stunden an Verwaltung und schlechte Software. „Wie schön wäre es, wenn man sich wieder auf die Dinge konzentrieren könnte, für die man eigentlich brennt.“
Weiterdiskutieren: beim KI-Meetup „Betreute Intelligenz“
Wer nach dem Salon Lust auf mehr Praxis hat: Mit Betreute Intelligenz hat Marcel Colley in Hagen ein KI-Meetup gestartet, das genau dort weitermacht — hands-on, an der Konsole, ohne Folien-Blabla. Die Premiere im Online-Experience-HQ ist gelaufen, die nächste Ausgabe kommt. Anmeldung und Termine unter onlineexperience.de/betreute-intelligenz.
Den vollständigen Mitschnitt des Abends gibt es auf unserem YouTube-Kanal: Politischer Salon: Superkraft KI – Jobchanger für alle(s)?
Der Politische Salon ist eine Veranstaltungsreihe der FernUniversität in Hagen in Kooperation mit dem Theater Hagen, dem Emil Schumacher Museum und dem Osthaus Museum. Foto: Mark Hützen.

